2017-06-I Litauen, Lettland, Estland, Russland (von Nida nach
- fred-on-discovery
- 11. Juni 2017
- 4 Min. Lesezeit
Von Nida aus fuhren wir weiter an der Küste entlang nach Lettland. Auch hier hielten wir uns immer an der Küste. Über Leipedia nach Ventspils (ehemals Windau - übrigens eine sehr kinderfreundliche und sportbegeisterte Stadt mit Olympiazentrum) ging es nach nach Riga. Riga hat nur einen sehr kleinen aber hübschen Altstadtkern und das Zentrum geht dann in moderne Geschäftsstraßen über. Auch hier herrschte überall Verkehrs-Chaos und es war fast kein Vorankommen in der Stadt.





Von Riga aus besuchten wir die Städte Sigulda,

Ligatne und Cesis. Zwischen diesen Städten liegt ein tolles Erholungsgebiet mit vielen Wander- und Radwegen. Dort hielten wir uns eine Weile auf. Weiter ging es dann über Valmira und Rüjiena nach Estland.
Die erste Stadt die wir uns anschauten war Pärnu und liegt am Meer.

Von Pärnu aus besuchten wir den Soomaa-Nationalpark mit seinen Mooren, Sümpfen und Auen.



Da wir (während Deutschland unter 35° Hitze litt) immer noch nicht mehr als 16° und eiskalten Wind hatten, hielten wir uns nicht lange auf. Tallinn lockte und das Wetter sollte auch angenehmer werden. Tallinn ist wohl die schnuckligste von den drei Hauptstädten und auch die kleinste. Hier allerdings fallen die Heerscharen der Touristen, die mit den Kreuzfahrschiffen kommen, am meisten auf und nehmen dem Ganzen viel von seinen Reiz .



So hielten wir uns nicht all zu lange auf und fuhren an der Küste weiter gen Russland. Das Wetter überraschte uns mit erstmalig 19° und puren Sonnenschein und so genossen wir mehrer Tage am Meer.
Russland:
Schon die Einreise nach Russland war ein Abenteuer, denn wir wurden erstmal an der Grenze abgewiesen. Statt an den Grenzübergang zu fahren und dann irgendwann seine Papiere zu zeigen usw., mussten wir quer durch die Stadt und uns für einen Grenzübertritt anmelden. Dies war a) mit längerer Wartezeit und b) mit Gebühren verbunden. Per Nummernschild auf einer LED-Anzeige wurde man dann entsprechend aufgefordert, wieder quer durch die ganze Stadt zu fahren und möglichst binnen 20min an der Grenze zu stehen. Diesmal ließ man uns rein oder besser gesagt erstmal raus aus der EU. Die Grenze zwischen Estland und Russland ist hier der Fluss, die Narva. Gegenüber liegen sich die Festungen von Narva (Estland) und Ivangorod (Russland).

Auf der Brücke, auf der wir längere Zeit im Wartemodus verbrachten, half uns ein netter Este, alle Papiere (natürlich nur auf russisch) auszufüllen. Wir waren ihm sehr dankbar dafür. Der Ablauf der Grenzübergänge ist überall gleich, nur der Ton ist unterschiedlich und so wurde er auf der russischen Seite auch gleich etwas frostiger, wenn auch nicht unhöflich. Dieses mal wurde das Auto nicht nur nach eingeschleusten Personen durchsucht, sondern es kam auch noch ein goldiger goldener Retriever zum Einsatz. Kurzum, ein Drogenhund. Allerdings war er wohl noch in Ausbildung oder sich seiner Aufgabe nicht voll und ganz bewusst, denn er ging voll und ganz in dem Beutel mit unserer Schmutzwäsche auf und konnte gar nicht genug davon bekommen. Nach 3,5h waren wir in Russland. Wir waren gespannt auf alles was uns erwarten wird und meinten, jetzt fehlt nur noch ein Schild auf dem steht: Achtung! Sie verlassen sicheres Terrain :) Die Hauptstraßen sind soweit in Ordnung und so kamen wir gut voran Richtung St. Petersburg. Nach ca. 60 km Schnellstraße entschieden wir uns für die Landstrasse an der Küste entlang um so viel wie möglich von Russland mitzubekommen. In Lomonossow machten wir halt, weil es jede Menge Schlösser und wunderschöne Gebäude gab. Es stellte sich heraus, das es sich um den Park Oranienbaum handelte.





Für uns ein Grund hier halt zu machen und uns alles näher anzuschauen. Dieser Park, dessen Größe, diese Gebäude. Wir waren begeistert. Den nächsten Tag kamen wir zu der Stadt Peterhof. Hier befindet sich die Palastanlage. Wieder wunderschöne, weitläufige und sehr gepflegte Parkanlagen und jede Menge beeindruckender Gebäude.



Wir haben die Zeit dort sehr genossen. Um nicht mit dem Auto nach St. Petersburg hineinfahren zu müssen, wollten wir es außerhalb stehen lassen und mit Bus / Bahn/ zu Fuß etc. in die Stadt kommen. Nette Vorstellung aber nicht umsetzbar. Große Parkplätze Fehlanzeige, bewachte Plätze Fehlanzeige, Camping oder Stellplätze Fehlanzeige. Einen Stellplatz fanden wir, der war leider so verwahrlost, dass uns Angst und Bange wurde um unser Auto . So fuhren wir mit dem Auto in die Stadt und wussten nicht, was wir tun. Nie wieder. So ein Verkehrschaos haben wir selbst in Indien nicht erlebt. Hier will jeder immer der Erste sein und wo ein Auto noch reinpassen könnte, fährt auch eins rein. So werden aus einer Spur 3 und aus 2 Spuren 4-5. Einstellige Zentimeterzahlen als Sicherheitsabstand reichen. Rücksichtnahme: Fehlanzeige. Trotz allem fanden wir nach langer Sucherei einen Parkplatz (die Rechtsabbiegespur vor einer Kreuzung, wo alle parkten) und erforschten die Stadt.






St. Petersburg ist wirklich wunderschön und wer diese Stadt erkunden und genießen will sollte sich mehrere Tage Zeit nehmen. (Dabei ist Shopping zeitlich noch nicht mit eingerechnet). Wir waren am Abend echt fußlahm und auch sehr froh unser Auto da wieder zu finden, wo wir es abgestellt hatte. Danach begann der nächste Alptraum raus aus der Stadt. Auch das hat wieder Stunden und vor Allem Nerven gekostet.
St. Petersburg ist auf jeden Fall empfehlenswert, aber besser ohne Auto.