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2017-06-II Russland

  • Autorenbild: fred-on-discovery
    fred-on-discovery
  • 23. Juni 2017
  • 3 Min. Lesezeit

Von St. Petersburg fuhren wir die "Straße des Lebens" nach Morje an den Ladogasee. Am Beginn dieser Eis-Straße, über die in den Wintern 1941/42 und 1942/43 das damalige Leningrad mit Lebensmitteln versorgt wurde, ist ein monumentaler Gedenkstein des aufgebrochenen Rings, der den Durchbruch symbolisiert. Damals wurden über 1 Mill. Menschen über diesen Weg versorgt und evakuiert. Im letzten Belagerungs-Winter wurde eine Eisenbahnlinie durch den Korridor zum und über den zugefrorenen See verlegt. Die Eisenbahn hat die Aufschrift: Alles für die Front, alles für den Sieg. Der Ladogasee, übrigens Europas größter Binnensee, hat eine Länge von 220 km und ist an der breitesten Stelle 120 km.

Anschließend besuchten wir das Kloster in Tichwin aus dem 15. Jahrhundert mit seinen wunderschönen alten Innenmalereien.

Wir querten die Grenze zur Republik Karelien, das sich zw. Ostsee und weißem Meer erstreckt. Von da aus ging es an die Ostseite des Ladogasees, um ein bisschen das schöne Wetter zu genießen. Die Sonne schien, wir standen ganz alleine und es wurde mal wieder Zeit zum Wäsche waschen. Als der Abend kam, brachte er eine Armee von Mücken und kleinen beißenden Fliegen mit. Wir gedachten uns mit Autan zu helfen. Leider hatten weder die Mücken, noch die Fliegen oder die großen roten Armeisen, die es hier überall gibt, auch nur einen Hauch von Respekt vor unserem Autan. Bevor wir drohten unter einer ausgeprägten Anämie zu leiden, kapitulierten wir und flüchteten uns ins Auto.

Weiter ging es vom Ladogasee , "über" den Onegasee mit Petrosawodsk, der Hauptstadt der Republik Karelien mit ca. 260000 Einwohnern nach Belomorsk, welches am weißen Meer liegt (wie der Name schon sagt).

Kurz vor Belomorsk am Fluß Wyg gibt es alte Felszeichnungen, die Belomorsker Petroglyphen, die Menschen und Jagdszenen aus dem

1.-3.Jahrtausend vor Chr. darstellen. Diese waren recht witzig, da sie stellenweise eher Comicfiguren glichen.

Nach der Besichtigung dieser Petroglyphen querten wir den Polarkreis, um anschließend

am weißen Meer in der Nähe von Kolwitza auf der Kola-Halbinsel zu entspannen.

Danach besuchten wir Kirowsk, welches als Bergbaustadt mit ca. 27000 Einwohnern mit seinen bis 1000m - hohen Bergen ein wunderschönes Skigebiet aufweist.

Hier blieben wir eine Nacht und genossen die Bergwelt im Zwielicht der nicht ganz untergehenden Sonne.

Am Morgen wurden wir von 4 Russen geweckt, die wild an unsere Tür klopften und dann auf uns einredeten. Da wir sie nicht verstanden, zogen sie nach einiger Zeit unverrichteter Dinge wieder ab. 2 Stunden später glaubten wir den Grund ihres Begehrens zu kennen. Über Nacht hatte es extrem getaut und die am Nachmittag noch so friedlich da liegende Zufahrtsstraße hatte sich über Nacht in ein nicht zu verachtendes Hinderniss für unser Auto entwickelt. Sturzbäche hatten die Schotterstraße so überschwemmt, daß man sie stellenweise nicht mehr erkennen konnte. So schenkte uns die Höhe des Wassers und die versteckten Schlaglöcher in der Strasse eine ordentliche Dosis Adrenalin. Wir waren doch erleichtert als wir zurück in Kirowsk waren.

Von dort fuhren wir über Montschegorsk mit seiner schönen orthodoxen Kirche

nach Murmansk. Murmansk selbst mit seinen 300.000 Einwohnern ist nicht schön, was an den kommunistischen Zweckbauten liegt, die nach der schweren Bombardierung im 2. Weltkrieg, in der Murmansk fast dem Erdboden gleichgemacht wurde (nur Stalingrad wurde stärker bombardiert), hochgezogen wurden. Über dem Zugang zur Barentsee wacht jetzt ein riesiges Soldatenmahnmal.

Weiter wollten wir nach Seweromorsk, was uns aber verweigert wurde, da das gesamte Gebiet Stützpunkt der russischen Nordflotte und somit Sperrgebiet ist. Da dies aber selbst in unserem neuen russischem Atlas nicht als Sperrgebiet gekennzeichnet war, standen wir nun arglos vor einem Schlagbaum und beschäftigten damit im nu vier verdutze Armisten mit Passkontrollen und vielen russischen Erklärungen. Sie merkten recht schnell, dass uns mit guten Worten nicht zu helfen war und nun gingen wir zur bewährten alten Zeichensprache, zu Zeichnungen und Goggle Maps über. Alsbald hatten wir erfahren, dass es für uns hier nicht weiter ging und wo wir stattdessen hin fahren sollten. Ihr Vorschlag war sicher ganz nett und landschaftlich sehr schön aber Russland ist auch sehr groß. So entschieden wir uns, dann doch lieber Richtung Finnland zu fahren. Das war zumindest nicht ganz so weit weg.


 
 
 
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