2018-06-II Usbekistan
- fred-on-discovery
- 24. Juni 2018
- 5 Min. Lesezeit
Die Einreise nach Usbekistan verlief aufgrund des vorhanden Visas unspektakulär. Zuerst mussten wir ein Desinfektionsbecken durchfahren, welches so ungeschickt gestaltet war, dass wir nur knapp mit der hinteren Stoßstange einem Aufsitzen entkamen. Als nächstes gab es eine Gesundheitskontrolle. Die beiden Ärzte? ( sie hatten jedenfalls weiße Kittel an) verlangten unsere Pässe, trugen unsere Daten in ein Buch ein, schauten uns dann intensiv an und befand uns für gesund. Danach verlangten sie unsere Autopapiere, studierten sie und trugen diese ebenfalls in das Buch ein. Mit einem kurzen Blick auf das Auto wurde auch dieses für gesund befunden und so kam die richtige Passkontrolle sowie die Inspektion des Autos, die von 4 Zöllnern durchgeführt wurde. Alle 4 suchten sich einen Sitzplatz im Auto (einschließlich unseres Bettes) und ließen sich dann alle Schranktüren öffnen. Das Interesse am Inhalt der Schränke war jedoch gering, mehr schien man über die Holzverarbeitung des Innenraumes zu diskutieren. Mit einem Daumen hoch verließen sie das Auto und nach einem nochmaligen "Welcome to Uzbekistan" waren wir entlassen.
Wir dachten, wir haben die schrecklichen Straßen in Turkmenistan hinter uns gelassen, wurden aber kurz nach der Grenze eines besseren belehrt.
Unser erstes Ziel in Usbekistan war die alte Oasenstadt Khiva oder auch Xiva oder auch Chiwa. Hier besichtigten wir die Altstadt mit ihrem 1852 errichtetem Minarett dem Kalta Minor.

Dass wir uns nun direkt auf der alten Handelsroute der Seitenstraße befanden, zeigte diese Karte und gab uns einen interessanten Überblick.

An der alten Stadtmauer wird abends ein Heißluftballon aufgeblasen, so kann sich jeder einen Überblick über die Altstadt verschaffen.

Der alte Puppenbauer und die vollbusige Marktfrau waren von Fredi begeistert.


Sie wollte ihn gar nicht mehr hergeben.....

Nach alter Tradition und Handwerkskunst wird restauriert und renoviert.


Ruhe vor dem Ansturm der Touristen.

Bakcha Darvaza das Stadttor von Khiva.

Weiter ging die Fahrt nach Bukhara oder auch Buchara oder auch Buxero. Bedingt durch die jeweiligen Übersetzungen aus dem Russischen oder Usbekischen ergeben sich die verschiedenen Schreibweisen und Aussprachen der Stadtnamen, was es für ein Navi auch nicht einfach macht.
Über anfangs noch gute Straßen (mit usbekischen Transporten)

wurden die letzten 100 km Autobahn

nur noch Piste und wir wurden sofort an Turkmenistan erinnert.

In Buchara gab es wieder jede Menge historische Gebäude zu besichtigen, die je nach Lichteinfall den Zauber der Vergangenheit ausstrahlten. Hier die Mir-i-Arab-Medresse im Abendlicht.


ein Teil vom Bazar

Das Museum Nadir Divanbegi Khanaka

das Chashma_Ayub Mausoleum

Die Thronhalle in der Arkfestung, welche heute gleichzeitig als Verkaufsraum fungiert.

Die Bolo Hauz Moschee, einmal ganz anders von außen mit ihren Holzsäulen.

Die wunderschönen Holzmalereien an den Decken sind allemal eine Nackenverspannung wert.

In allen Moscheen befinden sich kleine Souvenir-Shops.

Wer viel läuft wird auch schnell hungrig und so kommen wir zu unseren ersten Somsas. In diesen mobilen Öfen werden super leckere gefüllte Brötchen gebacken.

Im Teig befinden sich entweder Füllungen aus Fleisch und Zwiebeln oder nur Gemüse. Sind sie fertig gebacken werden sie in Decken heiß gehalten, bestenfalls aber vorher verkauft. Man sollte sich beeilen, denn Somsas werden nur zwischen 10 und 13 Uhr gebacken. Danach wird es sehr schwierig, noch welche zu bekommen.

Auf dem Weg nach Samarkand schauten wir an einem antiken Wasserspeicher vorbei, der sogenannten Malik Sardoba. Über 400 Sardobas oder die Reste von ihnen markieren bis heute die alten Karawanenwege der Seidenstrasse.

Als wir zum Parkplatz zurückkommen, staunen wir nicht schlecht, ausgerechnet ein FR-Kennzeichen neben uns stehen zu sehen. Die Welt ist ein Dorf heißt es so schön und so lernen wir Theresa und Matthias aus dem Münstertal kennen, die nun schon eineinhalb Jahre mit ihren 23 Jahre alten Landcruiser Namens Moby unterwegs sind.

Am Registon Platz in Samarkand steht das berühmte Ensemble aus drei Medresen. Alle drei besitzen Innenhöfe in denen sich allerlei Souvenir-Shops, kleine Kunsthandwerke, ein Museum und natürlich Kaffees befinden.
Dieser Platz wird als einer der prächtigsten Plätze Mittelasiens beschrieben.

Der Registon Platz bei Nacht

All die Kacheln sehen im künstlichen Licht ganz anders aus und all die baulichen Unebenheiten sind viel deutlicher zu sehen

und manches wiederum lässt sich im Scheinwerferlicht viel besser erkennen, als im Tageslicht

So haben die Erbauer ihr Werk nie gesehen. Sie wären Stolz gewesen.

Die Innengestaltung der einzelnen Moscheen gibt es von schlicht ( wobei diese hier nicht als schlicht angesehen werden kann),

bis ganz atemberaubend

und oft hat man das Gefühl, sich nicht satt sehen zu können.

Das Bibixonim Mausoleum

Die Statue von Islam Karimov, dem ersten Präsidenten von Usbekistan.

Das Mausoleum von Islam Karimov, von hier aus hat man einen schönen Blick auf die Stadt.

Das Schöne an diesen alten Städten ist, man kann alles Erlaufen und so besuchen wir gleich noch den Siyob Markt, um uns mit Obst, Gemüse und natürlich Brot einzudecken.

Das Schahi-Sinda-Ensemble ist eine alte Gräberstadt aus 11 Mausoleen

aus dem 13ten Jahrhundert.

Samarkand hat nicht nur schöne Seit (d) en-Straßen, aber es wird daran gearbeitet.

Sozialistische Blockbauweisen bestehen auch heute noch und Sauberkeit wird groß geschrieben

Mausoleum von Khoja Akhror Wali

und gleich daneben zwei Moscheen, mehrere uralte Bäume und ein Friedhof

Nach so vielen Städten brauchen wir wieder etwas Landschaft und fahren nach Yangiabad.

Am Beeindruckensten hier war der Sternenhimmel.

Taschkent als Hauptstadt, ist ein Muss, auch wenn sie laut Reiseführer nicht allzuviel zu bieten hat.
Die Khoja Akhrar Vali Juma Moschee wurde 819 erbaut und war einst der höchste Punkt vom antiken Tashkent.

Ein wirkliches Highlight für Europäer ist der Chorsu-Bazaar.

In der riesigen Halle gibt es Fleisch, Wurst, Käse.......

bevorzugt Schaf, Ziege , Kuh und

Pferd.

Von europäischen Hygienevorstellungen kann man sich hier getrost verabschieden.

Und auf der zweiten Etage gibt es Nüsse, Mandeln und getrocknete Früchte.

Selbst Salate (viele in Essig eingelegt) gehören zum Angebot.

nebenan der Brotmarkt

Hier bringt das Brot sein Körbchen gleich mit und alle Brote haben einen Stempel in der Mitte.

Wir finden auf der Foodstreet sehr interessante Sachen, schaffen es aber trotz Übersetzungsprogramm und Handzeichen nicht, herauszufinden, worum es sich hier genau handelt.

Oder hier... und wollen es auch nicht wirklich probieren (man muß nicht alles mal gegessen haben).

Wir verabschieden uns von Tashkent und ziehen weiter zum Zaamin National Park.

Dieser begrüßt uns mit mit einem tollen Panorama,

mit grünen Wiesen und

lädt zum Ausruhen und Genießen ein.

Die einstige Straße wurde mal wieder zum Weg.

Wir sind im Grenzgebiet zu Tadschikistan und das wird gut bewacht.

Trotzdem haben wir freie Fahrt und sind nun ganz alleine.

Der Sommer ist da und er ist einfach schön anzusehen.

.. so viel Ruhe, so viel Natur ..

So verlassen wir den Nationalpark

mit seiner Straße, die sich die Natur Stück für Stück zurückgeholt hat und fahren wieder nach Samarkand.

Wir gehen nochmal Essen um uns für den nächsten Tag zum Grenzübergang zu stärken. Statt einer Speisekarte werden wir in die Küche gebeten und dürfen in alle Töpfe schauen. Wir bleiben aber lieber bei Somsas.
Usbekistan als Binnenstaat ist übrigens (neben Lichtenstein) nur von Binnenstaaten umgeben und ist die einzige ehemalige Sowjetrepublik, die so viele antike Stätten aufweisen kann. Trotzdem zieht es uns nach so vielen Moscheen und Mausoleen in die Berge, deshalb auf nach Tadschikistan ..