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2018-10-I Russland Teil III (von Ulan Ude nach Wladikawkas)

  • Autorenbild: fred-on-discovery
    fred-on-discovery
  • 15. Okt. 2018
  • 8 Min. Lesezeit

Die Wiedereinreise nach Russland an der Mongolisch-Russischen-Grenze dauerte gefühlt ewig, da die ganze Prozedur im Schneckentempo ablief. Zwischenzeitlich versagte noch der russiche Grenzcomputer, ein Problem, welches wir von mehreren Reisenden hörten, so dass wir insgesamt etwas über 2 Stunden warten durften.

Dafür entschädigte uns das Land mit tollen Landschaften und guten Straßen,

(o.k., sie waren nicht immer so toll, aber besser als in der Mongolei).

Auch hier gibt es noch Buddhistische Klöster

und Schamanen Plätze.

In Ulan Ude schauten wir uns das buddhistische Kloster oberhalb der Stadt und das Zentrum der Stadt an.

In Zentrum von Ulan Ude steht der größte Lenin-Kopf mit 7,7 m Höhe. Er ist aus 42 Tonnen Granit und die größte Porträtbüste weltweit.

Das Ende der Fußgängerzone.

Hier in Ulan Ude endet auch offiziell die Mongol Rally, welche mittlerweile jährlich stattfindet.

Wir nutzen den Stadtaufenthalt um uns mit Bert zu treffen, der über eine andere Route nach Ulan Ude kam und auf dem Weg in die Mongolei ist. Ihn haben wir im November 2017 in Griechenland kennen gelernt und standen seitdem im Kontakt. Nun gab es viel zu erzählen und Tipps auszutauschen (www.ww2xplore.com).

Unser Ziel war jedoch die raue Ostseite des Baikalsees und der Weg dorthin war lang.

Die Landschaft so, wie wir uns Sibirien vorstellten. Wälder, Flüsse, Seen und ganz viel Einsamkeit.

So touristisch die Westseite des Baikals ist, so ruhig (vor allem jetzt im Herbst), ist die Ostseite des Sees.

So wechseln wir unseren Standort, um möglichst viele Stellen am See zu besuchen und sind immer wieder fasziniert von diesem See.

Wer Ruhe sucht, ist hier richtig. Die Sommerurlauber sind verschwunden und der Strand gehört einem ganz allein.

Wir verbringen den Nachmittag mit einem kurzem, sehr erfrischendem Bad im See und genießen den Rest des Tages die Stille.

Die Welt kann so ruhig sein und ist so schön dabei. Was bedeutet Kommerz gegen Augenblicke, wie diese. Solche Momente kann man nicht kaufen, sie werden einem einfach geschenkt.

Wir fahren bis nach Ust-Bargusin, der Tür zur Swjatoi Nos, ( oder auf deutsch, der "Heiligen Nase" der größten Halbinsel im Baikalsee.

Hier bietet sich uns ein völlig anderes Bild. Feinster Sand, soweit das Auge reicht.

Ein schöner Stellplatz in der ersten Reihe ist schnell gefunden.

Ein Traum dieser Strand, und wenn auch der Wind schon herbstlich frisch bläst, ist gegen einen Spaziergänge barfuß im Sand nix einzuwenden.

Alles hat ein Ende, auch wenn wir hier noch viel viel länger bleiben könnten und so verabschieden wir uns und treten die Rückreise nach Irkutsk an, denn eine Straße rund um den Baikalsee gibt es nicht.

Es ist Herbst und das Wetter spricht hier eine klare Sprache. Zeit sich gen Westen aufzumachen, bevor der Winter kommt.

Eine letzte Übernachtung am Baikalsee,

ein letzter Spaziergang,

die Mystik des Sees genießen

und die Vögel beobachten.

bevor wir die Ostseite des Sees, die uns so fasziniert hat, verlassen.

Ab jetzt heißt es fahren,

fahren,

fahren.

Und natürlich Pause machen oder auch auf Trucker-Stellplätzen übernachten, je nach Wetter, wenn der Boden links und rechts der Straße zu aufgeweicht oder sumpfig ist.

An Irkutsk vorbei immer begleitet von Birkenwäldern,

vorbei an kleinen Dörfern

zügig nach Krasnojarsk (Irkutsk- Krasnojarsk 1.063 km) und weiter nach

Nowosibirsk. ( Krasnojarsk- Nowosibirsk 800km). Hier wollten wir das einzige uns bekannte Denkmal für Labormäuse besuchen. Ein Denkmal für die unzähligen Tiere, besonders Mäuse, die ganz banal gesagt,für uns ihr Leben gelassen haben. Leider liegt es etwas versteckt. Dabei hat es einen präsenteren Standort verdient.

Der nächste Halt ist Omsk und während in der Werkstatt unsere Bremsen neu eingestellt werden, schauen wir uns die Stadt an. Hier die Mariä-Himmelfahrt-Kathedrale.

Das Theater,

eine kleine Kapelle am Flussufer.

Von Omsk aus fahren wir nach Kasan. ( Omsk- Kasan 1883km). Kasan ist die Hauptstadt der halbautonomen Republik Tartastan und hat 2018 viele Gäste zur Fußball Weltmeisterschaft begrüßt. Aber auch sonst hat Kasan eine Menge zu bieten.

Das wunderschöne Gebäude des Landwirtschaftsministeriums,

das Standesamt von Kasan in Form eines Kessels, erinnert es an die Zeit der Tataren, als diese noch als Nomaden durch das Land zogen.

Der Blick vom Kreml über die Kasanka, einem Nebenfluß der Wolga.

Der Blick vom Dach des Kasaner Kessels auf das Landwirtschaftsministerium und den Kreml.

Die Uferpromenade von Kasan am Tag

und bei Nacht.

Der Kasaner Kreml ist eine historische Zitadelle und kombiniert heute Elemente der christlich-orthodoxen und der moslimischen Architektur.

Der Tempel aller Religionen ist ein Bauwerk von Ildar Khanow, welches die bedeutendsten Elemente der einzelnen Religionen und deren Symbole verbindet.

Wir beschließen die Museumsinsel Swijaschsk zu besuchen, welche zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Russlands gehört.

Hier steht auch die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit und gleich daneben

eine uralte Holzkirche, welche ohne Nägel gebaut sein soll.

Von Kasan aus fuhren wir nach Uljanowsk, der Stadt die nach Lenin, Wladimir Iljitsch Uljanow 1870-1924 dem bekanntesten russischen Politiker und Revolutionär benannt ist, zu seiner Zeit aber noch Simbirsk hieß. Sein Wohnhaus, welches heute ein Museum ist, hatte leider geschlossen.

Die Idee, Schulkinder in einem Bund der Pioniere zusammenzufassen, stammt aus Russland.

Nach einer Nacht in Sysran, ging es weiter entlang der Wolga nach Marx (einer Kleinstadt), Engels (mit 200.000 Einwohnern) und direkt gegenüber, am anderen Wolga-Ufer Saratow (mit 800.000 Einwohnern) nach Wolgograd.

Über der Stadt ragt auf dem Mamajew-Hügel die Mutter-Heimat Statue mit ihrem allein 33m-langem Schwert. Unterhalb befindet sich

die Ruhmeshalle mit der ewigen Flamme zum Gedenken der über einer Millionen Gefallenen in der Schlacht um Stalingrad im Winter 1942/43. Wachablösung: https://youtu.be/NAuivsFwbG4

Selbst nachts, da hell erleuchtet, ist dies ein patriotischer Wallfahrtsort des so teuer errungen Sieges (insgesamt ca. 1 Mio. Tote)

Auch diese russisch-orthodoxe Kirche steht auf dem Gedenkpark.

Unterhalb des Gedenkparks steht die für die Fußball WM 2018 erbaute Wolgograd-Arena.

Wir finden ein lauschiges Plätzchen hinter den Sanddünen

am gegenüberliegenden Wolga-Ufer, bevor wir den Rest der Stadt besichtigen.

Der Bahnhof,

das Planetarium mit Zeiss-Projektor (ein Geschenk der DDR an Russland im Jahr 1954-funktioniert noch immer)

die sich im Wiederaufbau befindliche Alexander-Nevski-Kathedrale

mal wieder (wie in jeder russischen Stadt) ein Lenindenkmal

das Stalingrad-Panoramamuseum

mit Relikten aus dem 2. Weltkrieg und

das historische Kaufhaus Univermag, in dessen Keller sich das Hauptquartier der 6. Armee unter Leitung des Generalfeldmarschalls Paulus befand. Dort befindet sich heute eine weiteres (interessantes) Museum "Pamyat", in dem deutsche Originalunterlagen des Krieges, Abschiedsbriefe deutscher Soldaten und die Originalräume mit den entsprechenden Reliquien der deutschen Wehrmacht ausgestellt sind.

Weihnachten 42

Übergabeverhandlung am 31.Januar 43

Als wir das Museum besichtigten, wurde gerade ein Stück aus dem Jahr 1942 aufgeführt, welches die russische Armee im Kampf gegen die Wehrmacht im Bunker zeigt.

Es zeigte das Lazarett im Bunker des Kaufhauses, bevor es von der Wehrmacht erobert und zum Hauptquartier umfunktioniert wurde.

Leider war es nur auf russisch, aber die Schauspieler haben sich allesamt viel Mühe gegeben.

Insgesamt war der Besuch von Wolgograd sehr interessant, da man sich nochmals detailliert mit der Geschichte von der Schlacht um Stalingrad auseinandergesetzt hat.

Wir hätten nicht gedacht, dass es entlang der Wolga so viele schöne Sandstrände gibt, die zum Erholen und Baden einladen.

Wir verlassen die Wolga und fahren entlang des Wolga-Don-Kanals und des Dons nach Rostow am Don.

Hier regnet es mal wieder, was uns aber nicht von einer Stadtbesichtigung abhält.

Auch hier wurde extra für die diesjährige Fußball-WM eine neue Arena gebaut.

Eine unserer liebsten Beschäftigungen ist es, durch Markthallen zu gehen, das reichhaltige Angebot anzuschauen, nach unbekannten Sachen Ausschau zu halten und nach Herzenslust einzukaufen.

Rostow am Don hat eine Fußgängerunterführung als Sehenswürdigkeit, welche sich durch Wände mit Mosaikfliesen auszeichnet, die Ausschnitte aus der Geschichte der Stadt und dem Leben der Menschen am Don darstellen.

Wir sind in Krasnodar und suchen gerade einen Parkplatz, um uns die Stadt in Ruhe anzuschauen, als es plötzlich ein hörbares Knacken gibt.

Das Kupplungspedal ist von seiner Halterung abgebrochen und man kann es nun lose hin und her bewegen. So stehen wir dummerweise auf einem Stück Schnellstraße und werden dort 6 h auf den Abschleppdienst warten. Als dieser endlich kommt, ist es nach 21:00. Wir werden in eine 68 km entfernte Werkstatt geschleppt, an der wir kurz vor Mitternacht ankommen. Die Reparatur am nächsten Morgen, die nur aus einer kleinen Schweißnaht bestand, dauerte dann nicht mal 1 h.

Da wir nun schon mal in Gorjatschi Kljutsch (dem Ort, in dem sich die Werkstatt befindet) sind, schauen wir uns eben hier ein wenig um. So erfahren wir, dass wir uns in einem Kurort befinden, in dem es einiges zu sehen gibt. Das Schönste ist der sich anschließende Wald mit seinen weichem Gestein.

Hier haben sich einige Künstler mit ihren Werken verewigt. Mal erkennt man mehr,

mal weniger gut die Kunstwerke, die zum Teil von Moos überwuchert sind.

Bei der Erkundung des Waldes vergeht die Zeit wie im Flug.

Gorjatschi Kljutsch ist auch für sein Heilwasser bekannt, welches man trinken oder ( für alle zugänglich) am Waldrand darin baden kann.

Da wir nun schon einmal in der Nähe sind, wollen wir die Krim besuchen. So überfahren wir die seit Mai 2018 eröffnete Krim Brücke, die sich mit ihren 19km als die längste Brücke Europas bezeichnen darf.

Uns erinnert die Krim an Griechenland. Schmale Straßen, enge Serpentinen, Weinanbaugebiete, trockenes Land.

Die ersten Strände kommen in Sicht und das Wetter lädt zum Baden ein.

So finden auch wir unseren Strand, an dem wir das Wetter, das Wasser und

den Kaffee genießen wollen.

Wir bleiben auf der Küstenstraße und kommen zu einer Kirche, die gleichzeitig ein Wahrzeichen und eine Gedenkstädte für alle auf See verstorbenen Menschen ist.

Auch im Mondschein hat sie wunderschön ausgesehen.

Die bekannteste Stadt der Krim ist Jalta und deren bekannteste Sehenswürdigkeit das sogenannte Schwalbennest, welches ca. 12 km davon entfernt liegt.

Das Schwalbennest, ein kleines Schlösschen auf einer Felsklippe.

Sewastopol liegt am Meer und ist eine Großstadt. Wir haben sie umfahren und schauten nach einem Campingplatz. Gefunden haben wir diesen, der auch heute noch betrieben wird. Allerdings können wir uns kaum vorstellen, dass in diesen Hütten jemand Erholung finden soll.

Über Simferopol, der Hauptstadt der Insel, die wir wegen ihres furchtbaren Verkehrs schnellstmöglich wieder verlassen haben, fahren wir noch einmal an einen Strand, bevor wir die Insel wieder verlassen.

Die Krim hat uns sehr gut gefallen, zumal man an allen Stränden frei stehen kann. So hat die Insel nicht nur für Badebegeisterte einiges zu bieten, sondern auch für Wanderer, mit einer herrlichen Berglandschaft und tollen Ausblicken auf das Schwarze Meer. Zur Zeit werden sehr viele neue Straßen auf der Insel gebaut, die ein zügiges Vorankommen sichern. Wir können nur sagen, diese Insel ist auf jeden Fall eine Reise wert.

Wir fahren an der Küste entlang nach Sotschi, einen der bekanntesten Badeorte Russlands.

Sotschi liegt fantastisch. Vor der Stadt das Schwarze Meer und dahinter

die Bergkette des Kaukasus.

Das alles in einem sehr angenehmen Klima.

Gleich hinter Sotschi liegt Adler mit dem Olympiaviertel. Hier fanden 2014 die olympischen Winterspiele statt.

Das Wetter ist uns hold

und so schlendern wir die Promenade entlang,

bis es nicht mehr geht, denn hinter dem Zaun fängt die völkerrechtlich zu Georgien gehörende abtrünnige Republik Abchasien an.

Da der Wetterbericht weiter schönes Wetter vorhersagt, schauen wir uns in Ruhe das Olympiagelände an. Das neue Stadion (ebenfalls Austragungsort der WM) und

den Olympiaplatz.

Durch das Olympische Gelände zieht sich die neue Formel 1 Rennstrecke.

Das Fußballstadion von der Promenade aus.

Da das Wetter auch weiter schön bleiben soll, haben wir noch etwas Zeit, um in die Berge zu fahren. Gleich hinter Sotschi geht es in das bekannt Wintersportgebiet nach Esto Sadok, wo 2014 die alpinen Wettkämpfe stattfanden.

. Hier ist alles für den Massentourismus ausgebaut und nichts unterscheidet sich von anderen Europäischen Wintersportgebieten.

So fahren wir mit der Bahn hinauf und unternehmen eine kleine Wanderung.

Außerhalb der Seilbahnen sind nur wenige Wanderer anzutreffen.

Wieder an der untersten Seilbahnstation angekommen, sehen wir, dass es ein Fest gibt.

Wie sich herausstellt, nennt es sich Oktoberfest.

Bevor wir zurück ans Meer fahren, wollen wir noch einem Frauenkloster einen Besuch abstatten.

Die Strasse zum Kloster war eine echte Herausforderung, das kleine Monastir in Monastyr dann aber ein Augenschmaus.

Über Wladikawkas verlassen wir Russland. Ein Land, dass uns fasziniert hat, durch seine Größe, seine unglaublich schönen Landschaften und seine freundlichen Menschen.

Über die georgische Heerstraße fahren wir nach Georgien und damit schließt sich ein Kreis, der vor 8 Monaten in Georgien begonnen hat. Sozusagen eine Reise in der Reise.

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