

Die Fährüberfahrt dauerte ca. 6 Stunden und von Weitem sah man schon das Ziel.

Die Fähre spuckte uns in Girne (oder auf griechisch: Kyrinia), das im 10. Jhd. v. Chr, gegründet wurde, bei strahlendem Sonnenschein wieder aus.

So schauten wir uns zuerst die wohl schönste Stadt hier im türkisch besetzten Teil der seit 1974 geteilten Insel an.

Uns zog es jedoch weiter in ruhigere Gefilde und so fuhren wir auf die Karpaz-Halbinsel, um das sonnige Novemberwetter zu genießen und

noch etwas im immer noch warmen Mittelmeer zu baden.

Auf der Insel gibt es noch wilde, frei lebende Esel und

manche leben wegen der einfachen Futteraufnahme am Kloster St. Andreas in der Nähe der Tagestouristen.

Am fast letzten nordöstlichsten Zipfel der Insel stehen die Blumen, als wäre es Frühling.

Nachdem wir ein paar Tage am Golden Beach, dem längsten Sandstrand der Insel, verbrachten,

erkundeten wir die Stadt Gazimagusa (oder auf griechisch: Famagusta), deren Gründung ins 3. Jhd. v. Chr. fällt.

Die alte St. Nikolas-Kathedrale mit der davor stehenden ältesten Sycomore (Ficus Sycomorus) der Insel (gepflanzt 1299) ist

inzwischen zu einer Moschee umgebaut wurden.

Die alte Festungsanlage wird

inzwischen mit EU-Geldern restauriert und so wenigstens vor dem Verfall gesichert.

Bei vielen Bauwerken wird jedoch nur die nötigste Grundsicherung durchgeführt.

Der Othello-Turm, in dem Shakespeares Drama "Othello" zur Katastrophe wird, ist Teil der Zitadelle, die im 14. Jhd. gebaut wurde und

ist ebenso wie das westliche Stadttor in einem guten Zustand.

Da das Wetter noch super ist, entschließen wir uns, noch ein paar Tage am Golden Beach zu verbringen.

Wir genießen den fast menschenleeren Strand und

haben viel Spaß mit unserem neuen Freund, der rund um die Uhr bei uns ist.

Er begleitet uns bei ausgedehnten Strandspaziergängen,

animiert uns zum Joggen

und gibt Haltungsnoten.

Aber irgendwann ist auch das schönste Wetter mal zu Ende

und nach 2 Stunden heftigem Regen, sah es dann so aus.

Der Boden hatte sich in eine lehmige Schlamm-Masse verwandelt und an ein Fortkommen war nicht zu denken.

Nach 3 Stunden intensivem Graben und Steine unterlegen, konnten wir dann den schönen Platz verlassen.

So schauten wir uns die Stadt Girne nochmal etwas genauer an

und entdeckten immer wieder schöne Stadtansichten.

Wir fuhren weiter entlang der Nordküste

vorbei an Denkmälern zur "Eroberung" dieses Teils der Insel 1974

zu den Ausgrabungen der antiken Stadt Soli.

Der Schwan von Soli, ein aufwändiges Mosaik, ist das Highlight dieser Ausgrabungsstätte.

Im archäologischen Museum in Güzelyurt sind Fundstücke aus dieser Region zu sehen, u.a. das goldene Diadem von Soli,

goldene Haarspangen und

Anhänger.

Nebenan befindet sich das Kloster St. Mamas aus dem 18. Jhd.

mit feinen Details.

Von den Ruinen des Palasts von Vouni, der 480 v. Chr. erbaut wurde und

die ca. 250m hoch liegen, hat man einen wunderschönen Blick auf die Umgebung und das Meer.

Wir fahren, immer die Ausblicke auf die Küste genießend, am Meer entlang

mit einem Abstecher durch die wunderschöne Bergwelt

zurück zum Golden Beach. Diesmal suchen wir uns einen höheren Standplatz und

bekommen wieder Besuch von unserem treuen Freund.

So verbringen wir noch ein paar ruhige Tage, bevor wir erneut Abschied nehmen

und die Karpaz-Halbinsel verlassen.

Über Nikosia, das wir uns später noch anschauen wollen, da wir ja eh über den türkischen Teil der Insel mit der Fähre zurück müssen, vorbei an der neu erbauten Moschee, fahren wir zum Südteil der Insel, da wir hier ganz wichtigen Besuch erwarten.