

Am Grenzübergang zwischen Bulgarien und Rumänien stehen tatsächlich noch Grenzhäuschen. Da wir aber nun wieder in der EU sind, sind wir einfach durchgefahren. Das fanden die mit den Armen wedelnden Beamten auf beiden Seiten dann doch gar nicht lustig. Es gab erstmal Diskussionen auf bulgarisch und einen Hinweis auf zwei, ein auf den Boden gemaltes und ein an einem Gebäude lehnenden STOP-Schildes. Danach ein kurzer Blick in die Pässe und ins Auto und dann das Wichtigste - die PKW-Maut bezahlen. Keine 10 Minuten später waren wir durch.

Rumänien hat schon auf den ersten Metern bessere Straßen als Bulgarien und dazu auch noch sehr witzige (oder einfallslose) Ortsnamen.
Nach dem 2.Mai kamen die Orte Saturn, Venus, Jupiter und Neptun. Danach Olimp und dann 23. August.

Wir bleiben auf der Küstenstraße und fahren durch bis Konstanza. Das ehemalige Spielcasino von Konstanza ist heute ein Archäologisches Museum und liegt wunderschön am Meer. Leider ist es dringend renovierungsbedürftig.

Der Prachtbau auf dem Marktplatz beinhaltet heute ein Museum für Geschichte und Archäologie.

Unser Weg führt uns zur orthodoxen St. Peter und St. Paul Kathedrale,

die in ihrem Inneren mit neu restaurierten Malereien aufwartet.

Sie ist wirklich bis in die letzte Ecke bemalt.

Im Eingangsbereich finden wir dieses nette Gemälde, auf dem alle ihrer Sünden wegen ins Höllenfeuer kommen.

An der Promenade stehen einige Statuen

und die Gullideckel in Konstanza (Constanta) zeigen den Charakter der Hafenstadt.

Da es sich bei den Museen fast immer um staatliche und historische Gebäude handelt, sind sie oft gut renoviert.

Die Figur der Wölfin, die Romulus und Remus säugt. Warum eine Abbildung davon hier steht, brachten wir nicht in Erfahrung.

Natürlich finden wir auch in Konstanza ein Denkmal aus sozialistischen Zeiten.

Nördlich von Konstanza liegt ein Sandstreifen mit dem Namen Mamaia. Hier befinden sich an einem lang gezogenem Sandstrand die Ferienanlagen und Hotelburgen.

Hin und wieder gibt es dann statt Sand einen dicken Teppich aus zum Teil sehr großen Muscheln.

Mamaia, noch ohne Touristenansturm in der Vorsaison.

Aus Mamaia-Sat, dem anschließenden Touristenort nehmen wir dann die Straße für Transit-LKW, da alle anderen Straßen für Autos >3,5 t gesperrt sind. Das war jedoch nicht das, was wir uns unter einer LKW Ausfahrtstraße vorgestellt hatten.

Inzwischen wieder auf guten Straßen fahren wir weiter nach Tulcea. Hier das Unabhängigkeitsdenkmal.

Tulcea, das Tor zum Donaudelta, bietet umfangreiche Möglichkeiten der Urlaubsgestaltung. Wir begnügen uns mit einer Stadtbesichtigung und der Inspektion der lokalen Delikatessen.

Vor dem Bahnhofsgebäude von Tulcea ein Denkmal für Mircea cel Bartran, den wohl bedeutendsten Fürsten der Walachei.

Das Kloster Saon nördlich von Tulcea ist ein Nonnenkloster und bietet neben einem kostenlosen Besuch, den Erwerb selbst hergestellter Produkte wie Honig, Wein und Marmelade.

Die Kirche

von innen

Wir finden einen schönen Platz für unsere letzte Nacht in Rumänien,

Die Donau grenzt hier direkt an die Ukraine (EU-Außengrenze) und so schlafen wir gut bewacht.

Am nächsten Morgen nehmen wir die Straße nach Galati und begegnen noch einmal einen der hier noch sehr häufig vorkommenden Pferdewagen.

In Galati überqueren wir die Donau mit der Fähre (hier gibt es keine Brücke) und reisen nach nur wenigen Kilometern in

Moldawien ein. Auf der moldawischen Seite der Grenze suchte ein junger Beamter nach der Fahrgestellnummer am Auto. Das Typenschild im Inneren reichte nicht und da er es nicht fand, mussten wir etwas warten. So kam nach einiger Zeit ein erfahrener Grenzer und befreite unseren Längsträger vom Dreck und siehe da, da stand die Nummer nochmal eingraviert. So wissen wir das jetzt auch.

Das Bild zu Rumänien unterscheidet sich nicht groß. Viel Verkehr, Pferdewagen (sogar noch mit rumänischer Nummer) und erstaunlich wenig Müll an den Straßen.

Unser Ziel ist Chisinau, die Hauptstadt Moldawiens. Doch schon bald fragen wir uns ob, dies eine gute Idee war angesichts dieser Straßen. Und das ist eine europäische Fernverkehrsstraße (E584).

Die alten Zeichen der Sowjetmacht stehen auch hier noch immer an der Straße,

und diese entwickelt sich gerade zu einem absoluten Alptraum. Wir überlegen schon, ob wir falsch sind, doch das Navi zeigt uns immer noch auf der Hauptstraße. So zuckeln wir fast mit Schrittgeschwindigkeit weiter.

Dafür unterscheidet sich die Müll-Entsorgung so gar nicht von der, der anderen Ex-Sowjetstaaten.

Die Kirchen dagegen strahlen im hellen Glanz.

Selbst an manchen Bushaltestellen stehen Möglichkeiten für ein kurzes Gebet. Vielleicht für bessere Straßen?

Lange nicht gesehen, es gibt wieder Brunnen und sie werden auch fleißig genutzt. In den kleinen Dörfern gibt es noch gar keine zentrale Trinkwasserversorgung.

Wir halten für die Nacht an einem See und genießen die sehr laue Frühlingsluft. Hier ist eines der neueren Probleme zu sehen, Feuchttücher. Überall wo es schön zum Picknicken ist oder ein netter Platz für ein amoröses Stelldichein, Feuchttücher.

Die Trinkwasserbrunnen sind ganz verschieden gestaltet.

Da auch wir wieder Wasser benötigen, versuchen wir es an diesem heiligen Brunnen. Doch außer Wasser haben wir auch Unmengen an toten Maikäfern im Eimer. So lassen wir das.

Wir erreichen Chisinau.

Die Stadt zeigt sich von ihrer schönen Seite und mit Sonnenschein.

Der Triumphbogen, gewidmet dem Russisch-Türkischen Krieg (1828-1829).

Die Kathedrale der Geburt des Herren ist die Hauptkirche der Moldauisch-Orthodoxen Kirche von Moldawien.

Uns lockt ein Markt mit vielen Handarbeiten

und die verschiedenen Darstellungen der Madrjoschkas (von klassisch bis staatsmännisch).

Der Vela Morilor Park liegt in der Stadt an einem See. Dieser ist den Einheimischen als Komsomolsky See bekannt.

Hier befindet sich die kleinste Skulptur Moldawiens. So klein, dass man sie schon fast übersehen kann.

Es ist die Skulptur des Kleinen Prinzen, dem Helden einer berühmten Novelle von Antoine de Saint-Exupery. Seine Größe bemisst sich exakt auf 115mm.

Zwischen den Kaskadentreppen fließt im Sommer ein Wasserfall.

So viel Wasser erinnert uns daran, dass auch wir welches brauchen und so geht es auf, eine Quelle oder Brunnen zu finden.

Die wenigsten Wasserstellen auf unserer Reise hatten einen Wasserhahn und so gestaltet es sich oft mühsam und zeitraubend , den Tank neu zu befüllen.

Das Wasser für uns, der Diesel für das Auto. Doch so eine Tankstelle haben wir wirklich noch nicht gesehen. Hier mussten wir über die drei Knöpfe (grün für Hunderter-, gelb für Zehner- und rot für Einerstellen) den Betrag eingeben, für den wir tanken wollen.

Gut befüllt brechen wir auf nach Orheiul Vechi. Dort befindet sich ein am Ende des 17. Jahrhundert gegründetes orthodoxes Höhlenkloster, umgeben vom Flußtal des Raut.

Das Kloster vom Ort aus.

Die Marienkirche, erbaut 1904

Wir stehen auf dem Butuceni-Hügel und unter uns befinden sich das Höhlenkloster. Rechts der Fluß - die Raut macht einen malerischen Bogen um das kleine Felsmassiv.

Die Treppe hinunter zur Höhlenkirche.

Der Altarraum.

Viele Häuser im Ort sind gut erhalten

und die Grundstücke sehr gepflegt.

Einige Häuser entlang der Dorfstraße sind als Museumsdorf hergerichtet.

Weiter geht es in Moldawien zur international nicht als eigener Staat anerkannten Region Transnistrien. Die ehemalige Sowjetrepublik Moldawien erklärte sich 1991 nach der Auflösung der Sowjetunion als unabhängig. Allerdings sagten sich die russisch dominierten Gebiete im Osten des Landes in einem kurzen Krieg von Moldawien, (das sich wieder rumänisch orientiert) los und riefen die Republik Transnistrien, (die sich russisch orientiert) aus. Läge nicht die Ukraine zwischen Transnistrien und Russland, wäre das russische Staatsgebiet bestimmt schon um ein paar km² größer.
So stehen wir wieder vor einer Grenze und dieser Grenzübergang gestaltet sich nicht anders als alle anderen. Inklusive Mautgebühr. Wir erhalten eine Aufenthaltsgenehmigung von 10 Stunden. Das reicht uns aber nicht, da es schon später Nachmittag ist. Also nochmal zur Immigration und nun dürfen wir 4 Tage bleiben.

Wir erreichen die Stadt Bendery oder auch Tighina und steuern gleich das gleichnamige Fortness Tighina an.

Diese neu aufgebaute Festung aus dem 16. Jahrhundert beinhaltet dieses hübsche Hotel,

und auf der anderen Seite sieht man hinter dieser Büste das Fort.

Der Eingangsbereich zum Kasernenhof.

Die Folterkammer lässt einem die Haare zu Berge stehen und wir sind immer wieder fassungslos , wozu Menschen fähig sind.

So bummeln wir doch lieber an ein paar berühmten Persönlichkeiten vorbei

und stoßen dabei auf Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen. Eine seiner Lügengeschichten erzählt, das Münchhausen auf einer Kanonenkugel über eine belagerte Stadt reitet um die feindlichen Stellungen zu inspizieren. Diese Kugel soll von dieser Festung aus abgeschossen worden sein.

Am nächsten Morgen besichtigen wir das Kloster Kizkany. Zu diesem gehört dieser Glockenturm

und diese beiden Kathedralen. Wir konnten nur eine besichtigen, denn aus der anderen klangen die Gesänge der Mönche vom Morgengebet.

Der Altar,

ein Teil der Deckenbemalung

und ein Gartenpavillon mit einem beeindruckendem Dach.

Wir fahren weiter nach Tiraspol, der Hauptstadt Transnistriens.

Der Dnistr schlängelt sich an der Stadt entlang und bietet Gelegenheiten zum Baden.

Das Monument des berühmten russischen Generals Alexander Wassiljewitsch Suvorov steht in einer Anlage direkt an der Hauptstraße.

Der Grüne Markt der Stadt

Da hat es noch Platz für mehr Angebote, aber es ist ja auch erst Anfang April.

Die Christi-Geburt -Kathedrale

Das Tank-Monument vor einer kleinen Kapelle

Das Memorial of Glory ist ein Denkmal an all die Veteranen und die Toten des großen Vaterländischen Krieges, des Sowjetisch-Afghanischen Krieges und des Transnistrienkrieges.

Und wieder mal ein Lenindenkmal. Transnistrien ist die Region mit den meisten Lenin-Statuen.
Wo anderswo die Reliquien der Sowjetmacht abgebaut werden oder schon verschwunden sind, werden sie hier noch verherrlicht.
Es ist wie eine Zeitreise zurück ins Jahr 1988.
Wir fahren weiter in die Ukraine. Am Grenzübergang gibt es noch eine Besonderheit. Auf dem Territorium der Ukraine ist eine Passkontrolle der Moldawier, für die Personen, die Transnistrien als Transitland nutzen, da die moldawischen Behörden in Transnistrien als Staat nicht anerkennen und demzufolge an der innerstaatlichen Grenze keine offizielle Passkontrolle stattfindet. So bekommen wir unseren Ausreisestempel aus Moldawien auf ukrainischen Staatsgebiet.
Mal schauen, wie sich der Spagat zwischen russisch-orientiert und anti-russisch in der Ukraine zeigt.